Web-History – kein Märchen

20.12.2014
04/2014
  • Fokus

Wer kennt sie nicht, Hänsel und Gretel, die hinter sich Brot streuten, um den Weg durch den Wald nach Hause wieder zu finden. Ähnliche Spuren legen wir im Internet, zum Beispiel, wenn wir mit einer Suchmaschine etwas recherchieren.

Mit jedem Wort, das wir in Google eingeben, hinterlassen wir eine Spur im Internet. Doch wer denkt dabei schon an die Folgen? Häufig meinen Menschen, dass sie nichts zu verbergen hätten und mit ihren Daten nicht viel passieren könne. Falsch gedacht. Die Suchbegriffe jeder einzelnen Person werden gespeichert in der sogenannten History und wie ein Puzzle zu einem Profil zusammengefügt. Dabei können auch Fehler passieren: falsche Zuordnungen oder unerwünschte Kategorisierungen.

Der Web-History auf der Spur

Doch es entstehen noch mehr Spuren: Besuchen wir eine Seite zum ersten Mal, werden viele Informationen beim Betreiber sowie bei unserem Provider (Telefon-/Telekomgesellschaft) registriert. Die Verknüpfung zu unserer Person wird jedoch erst hergestellt, wenn wir uns namentlich auf der Seite registrieren. Sobald wir eingeloggt sind, kann der Betreiber dieser Seite personenspezifische Profile erstellen und somit dem User beispielsweise passende Produkte vorschlagen. So können auch mithilfe von kleinen Datensätzen, die im Browser gespeichert werden, die verschiedenen Besucher von den Anbietern identifiziert werden. Mit solchen Cookies können die Anbieter verfolgen, wann ein Besucher welche Seiten aufgerufen hat und wie lange er sich dort aufhielt. Um sich davor zu schützen, können die Cookies nur von vertrauenswürdigen Anbietern akzeptiert oder nach jedem Ausflug ins Internet gelöscht werden. – Prüfen Sie doch einmal die Einstellungen Ihres Browsers!

Unter history.google.com kann, wer ein Google-Konto hat, nachschauen, was die Suchmaschine zum Verlauf der Webaktivitäten gespeichert hat. Weitere Infos gibt es unter dem Punkt Settings im Dash-board.

Die Ausnahme unter den Suchmaschinen

Anders verhält sich die Suchmaschine DuckDuckGo, die neu im Webbrowser Safari als Standardsuchmaschine gewählt werden kann. Sie wurde 2007 gegründet, sammelt keine persönlichen Informationen und verhindert dadurch, dass Algorithmen verwendet werden, um vorauszusagen, welche Informationen für den Benutzer relevant sein könnten. Daher lautet das Motto von DuckDuckGo: «Die Suchmaschine, die dich nicht verfolgt».

Vorsicht auch bei Facebook

Einer der grössten Datensammler auf der Welt ist die bekannte Social-Media-Plattform Facebook, die über 1,35 Milliarden persönliche Profile von Personen aus der ganzen Welt besitzt. Ob jung oder alt, fast jede Person, die ein Facebook-Konto besitzt, postet regelmässig Bilder oder Texte. Doch wie viele Gedanken werden dabei an die Verbreitung dieser Posts verschwendet? Genau: meistens nicht viele. Schnell ist ein freizügiges Ferienfoto vom Strand auf Facebook hochgeladen. Und es ist eine Illusion, zu meinen, dass alleine der «Freundeskreis» Einsicht in das Profil hat. Bereut man später den Post, «versucht» man, ihn zu löschen. Schnell hat man ein besseres Gewissen, da der Post ja vermeintlich nicht mehr vorhanden ist. Doch die Spuren im Web bleiben, und oft ist auch das Bild immer noch im Netz. Also denken Sie daran: Jeder Klick hinterlässt seine eigene Geschichte.