Ins rechte Licht gerückt

20.12.2017
04/2017
  • Fokus

Fotografie ist in erster Linie eine Herzenssache. Gleichzeitig ist aber der gekonnte Umgang mit Licht das A und O in der Fotografie. Dazu sind Erfahrung und Wissen um die richtigen technischen Einstellungen unabdingbar.

Die Fotografie wurde für mich nach Abschluss meiner Polygrafenausbildung zu einer richtigen Passion. So investierte ich mein erstes Gehalt in die Anschaffung einer eigenen digitalen Spiegelreflexkamera, mit der ich völlig in die Welt der digitalen Fotografie und deren Bearbeitung eintauchte.

Rund zehn Jahre und etliche Kameras später und inzwischen mit einem fundierten Fachwissen bin ich immer noch in der Fotografie unterwegs und habe mein Hobby zum Beruf machen können.

Licht als Herausforderung

Eine meiner grössten Leidenschaften ist die Konzertfotografie. So bin ich in den Sommermonaten immer wieder in den Fotogräben der grösseren Schweizer Festivals oder in Konzertlokalitäten wie dem Hallenstadion anzutreffen. Genau hier, in der Konzertfotografie erlernte ich als Fotografin den Umgang mit Licht, lernte, Licht zu messen und die entsprechende Ausrüstung dabeizuhaben.

Das Fotografieren an Events wie Konzerten, bei denen mit wenig oder schnell wechselndem Licht gearbeitet wird, erfordert besonders lichtstarke Objektive. Damit ist es möglich, auch bei schwachen Lichtverhältnissen und aktiver Bewegung auf der Bühne mit der richtigen Einstellung von Verschlusszeit, Blende und ISO ein scharfes Bild zu erhalten.

Zudem gilt es, in den drei ersten Songs, in denen man sich als Fotograf meist vor der Bühne aufhalten darf, auch kreativ und sehr aufmerksam zu sein; denn man will ja nicht mit den gleichen Bildern nach Hause gehen wie alle anderen anwesenden Fotografen. So stellen das Bühnenlicht und der Winkel zum Künstler immer wieder ein tolles Gestaltungselement und spannende Herausforderungen dar, die zu schnellem und entschlossenem Arbeiten zwingen.

Völlig andere Bedingungen

In unserem Fotostudio an der Wölflistrasse finde ich in der Studiofotografie den kompletten Gegensatz zur Konzertfotografie. Hier liegen die Zügel, was Führung und Einstellung des Lichts angeht, komplett in meinen Händen. Ich habe die Möglichkeit, in Ruhe die Lichtverhältnisse auszumessen und alles so einzurichten, dass ich eine optimale Ausleuchtung erziele. Ich kann selbst entscheiden, ob ich mit statischem Licht arbeiten will oder ob der Einsatz der Blitzlichtanlage erforderlich ist – und ich darf mich auch mal lichttechnisch kreativ ausleben.

Anders als bei der Konzertfotografie habe ich hier die Möglichkeit, unterschiedlich lichtstarke Objektive einzusetzen, da ich selbst viel mehr Licht einbringen kann. Mit einer tiefen ISO-Zahl, grosser Blende und kleiner Verschlusszeit wird dadurch die Qualität der Bilddatei im Vergleich zur Konzertfotografie enorm verbessert.