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Publizieren mit Mehrwert

Die digitale Publikation ermöglicht es, auch juristische Informationen online zu vernetzen. Die Leserschaft kann dadurch spezifische Fragen auf dem aktuellen Stand der Rechtsprechung recherchieren, und die Autorinnen und Autoren erlangen mehr Aufmerksamkeit. Ein Blick auf ein paar Zahlen und den komplexen Weg vom Manuskript zum Werk.

Die Abteilungen Lektorat, Herstellung und Elektronische Medien schaffen aus einem Manuskript in aufeinander aufbauenden Prozessschritten die Datenbasis für die digitale Publikation und das gedruckte Buch. So entsteht ein umfassendes Angebot für individuelle Lesegewohnheiten.

Die Veröffentlichung von Buchinhalten in verschiedenen Kanälen, das Cross Media Publishing, setzt voraus, dass die Texte in einer Form vorliegen, die von verschiedenster Software gleich gut verarbeitet werden kann. Hinzu kommt, dass elektronische Medien das Lesen von und die Arbeit mit Texten stark verändert haben: Es ist möglich, online einen Text zu durchsuchen, Verweise auf Gesetze funktionieren ganz selbstverständlich als Hyperlinks, Grafiken kann man am Bildschirm vergrössern, und zitierte Quellen sind nur einen Mausklick entfernt. Der Prozess der Buchproduktion ist dadurch in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden.

Mit der digitalen Vernetzung eines juristischen Textes, zum Beispiel mit Fachartikeln, Gerichtsentscheiden oder Gesetzeskommentaren, erhalten die Lesenden einen deutlichen Mehrwert. Ihre Recherchen können sie in Online-Publikationen weiter vertiefen. Es ist möglich, unterschiedliche Quellen zusammenzuführen, auf aktuelle Inhalte zuzugreifen und diese sogar mit anderen teilen. Für Autorinnen und Autoren liegt der Vorteil einer medienneutralen Textaufbereitung in der Reichweite: Ihr Fachwissen liegt nicht nur als gedrucktes Buch vor, sondern ist auch in Datenbanken und Fachportalen aufzufinden und ist so mit wenig Aufwand auf den konkreten Fall übertrag- und zitierbar. Besonders während des Lockdowns war es für Rechtsanwenderinnen und Rechtsanwender von Vorteil, dass die Werke unserer Autorinnen und Autoren orts- und lesegerätunabhängig verfügbar sind.

Das Zusammenspiel der Verlagsabteilungen im Produktionsprozess

  1. Das Lektorat plant das Verlagsprogramm, kontrolliert Manuskripte und stimmt Termine und Empfehlungen der Abteilung Herstellung mit den Autorinnen und Autoren ab. Eine Werkanalyse liefert dabei die Basis für die Aufbereitung einer medienneutralen Publikation. Im Jahr 2021 sind 94 juristische Bücher erschienen und zahlreiche Dossiers zukünftiger Publikationen entstanden.
  2. Ist das Manuskript vollständig, wird ein Satzauftrag an die Medienvorstufe vergeben und der Titel der Druckerei angekündigt. Zur Vorbereitung der digitalen Publikation weist die Medienvorstufe allen Textteilen ihre Bedeutung (Metainformation) zu. Dies können bis zu 25 verschiedene Textelemente sein, zum Beispiel: Titel, Überschrift, Absatz, Fussnote, Urteil, Randziffer, Aufzählung, Querverweis, Zitat, Tabelle, Web-Link, Abbildungslegende, Literatur, Index oder Haupteintrag. Viele unserer Autorinnen und Autoren arbeiten beim Schreiben ihres Manuskripts mit einer Stämpfli-Wordvorlage. Dies ist eine wichtige Grundlage für die Textanreicherung mit Metainformation.
  3. Nun wird die Produktion des Buches geplant, koordiniert und kontrolliert. Dies umfasst etwa das Erstellen, Auswählen und Zusammenführen aller Buchelemente – vom Cover bis zum Leseband. Im Anschluss geht das Manuskript in den Satz. Im vergangenen Jahr sind rund 53 300 Buchseiten im typografischen Feinumbruch entstanden.
  4. Wenn der erste Satzumbruch vorliegt, erhalten alle Beteiligten – die Abteilung Herstellung, das Lektorat, die Autorinnen und Autoren – einen Abzug zur Umbruchkontrolle. Diese Satz-, Autor- und Lektoratskorrekturen werden zusammengefasst und in der Medienvorstufe ausgeführt.
  5. Mit dem Vorliegen der finalen Druckdatei – des Gut zum Druck – und des Buchcovers wird der Auftrag der Druckerei übergeben. Im Jahr 2021 waren das: – 68 Taschenbücher – 26 gebundene Bücher – etwa 26 Tage Produktionszeit für Druck und Bindung
  6. Die E-Medien-Produktion: Die final korrigierten Texte werden in der Auszeichnungssprache XML strukturiert und damit von der Gestaltung des Drucklayouts gelöst. Es entsteht ein medienneutrales Dokument, die Basis für die Funktionen der elektronischen Publikation. Die Leserinnen und Leser greifen zum Beispiel über die Stämpfli-Fachportale arbeitsrecht.recht.ch und familienrecht.recht.ch oder auch über die Schweizerische Juristische Datenbank Swisslex auf diese Werke zu.
  7. Das Werk ist nun bereit für die Veröffentlichung. Damit unsere Leserinnen und Leser davon erfahren, kümmert sich das Marketing zum Beispiel um Veranstaltungen, Beiträge in den sozialen Medien und den E-Mail-Newsletter. Der Vertrieb sorgt zudem für die tagesaktuelle Kommunikation über Neuerscheinungen und stellt sicher, dass für den Buchhandel alle Informationen zum Produkt vorliegen.

Stämpfli Verlag

94 juristische Werke

Letztes Jahr sind im Stämpfli Verlag 94 Werke erschienen. Auf der Plattform wurden 43 Werke veröffentlicht, und 4 Fachzeitschriften sind als Online-Ausgaben erschienen.

53 300 Buchseiten

wurden geschrieben und produziert. Die durchschnittliche Produktionszeit für Druck und Bindung betrug 26 Tage. Für umfangreiche Werke erarbeiten und aktualisieren Autorinnen und Autoren oft über Jahre die Inhalte.

Das Werk «Schweizerisches Aktienrecht 2020»

1209 Seiten

Das Manuskript umfasste 1209 Seiten, 312 278 Wörter, 240 kommentierte Artikel in 3 Amtssprachen und ergab 996 Buchseiten.

25 Inhaltselemente

In der Medienvorstufe wurden für die Ausgabekanäle Digital und Print bis zu 25 verschiedene Inhaltselemente wie Überschriften, Urteile, Fussnoten und Aufzählungen aufbereitet.

30 Stunden

Die Umsetzung der Korrekturen aus dem Korrektorat, aus der Herstellung und von den Autorinnen und Autoren dauerte fast 30 Stunden.

Sandra Bendlin
Projektverantwortliche Crossmediales Publizieren
Stämpfli Verlag
+41 31 300 63 02