Notfallkonzept bewährt sich

20.03.2016
01/2016
  • Unternehmen

Auch gut definierte Prozesse sollten von Zeit zu Zeit praktisch durchgespielt werden, um in einem Notfall unliebsame – und eventuell gefährliche – Überraschungen zu vermeiden. Bei Stämpfli hat ein solcher Test sehr gut funktioniert und ­dennoch Verbesserungspotenzial zutage gebracht.

Die Stämpfli Gruppe ist auch für die Arbeitssicherheit ihrer Angestellten verantwortlich. Sichergestellt wird dies durch eine Notfall­organisation in den Bereichen Betriebssanität und Feuerwehr. Während sich Erstere in den vergangenen Jahren mehrmals bewährt hatte, gab es im Bereich Feuerwehr und Evakuation glücklicherweise während langer Zeit keine Vorfälle. Umso wichtiger erschien es, den Ernstfall einmal zu proben und die Abläufe zu überprüfen. Nach dem grünen Licht von der Geschäftsleitung wurde das Szenario vorgängig mit Herrn Beutler von der Berufsfeuerwehr Bern abgesprochen.

Rauch im Treppenhaus

Am 24. März 2015 wurde das Treppenhaus Ost eingeräuchert und Alarm ausgelöst. Die Notfallorganisation traf sich am Empfang und rekognoszierte die Lage. Aufgrund der Situation wurde entschieden, das Gebäude zu evakuieren. Die Stockwerkverantwortlichen (ausgerüstet mit Leuchtwesten) begannen sofort, die Mitarbeitenden aufzufordern, das Gebäude zu verlassen und sich abteilungsweise am Sammelplatz zu melden. Eine Sitzung wurde unterbrochen, und die Gäste wurden zum Ausgang begleitet. Die BF Bern, ausgerüstet mit Atemschutzgeräten, überprüfte das mit Rauch gefüllte Treppenhaus. Mitarbeitende meldeten eine fehlende Person. Die Stockwerkverantwortlichen trafen den Gesuchten unter der Dusche an und verliessen mit ihm das Gebäude. Von der Alarmauslösung bis zum Abschluss der Evakuation vergingen lediglich neun Minuten.

Erkenntnisse und Konsequenzen

Grobe Fehler wurden keine entdeckt, jedoch gibt es Punkte, die zu optimieren sind:

– Einige Mitarbeitende hörten den Alarm nicht und wurden erst durch die Stockwerkverantwortlichen auf die Situation aufmerksam. 

– Viele Bürotüren wurden beim Verlassen des Gebäudes nicht geschlossen.

– Der Sammelplatz hinter dem Gebäude erwies sich aus verschiedenen Gründen als nicht ideal.

– Die genaue Anzahl Besucher der Firma ist nicht registriert, und so ist eine exakte Anwesenheitskontrolle nicht möglich. 

– Beim Notausgang im Untergeschoss gab es einen Stau. Viele Mitarbeitende benutzten die Notausgänge, obwohl die offiziellen Ausgänge noch problemlos passierbar gewesen wären.

Folgende Massnahmen werden ergriffen:

– Es wird ein neuer Sammelplatz bestimmt.

– Die Mitarbeiter werden instruiert, dass alle Türen geschlossen werden müssen.

– Die Kommunikation in der Notfallgruppe wird verbessert.

– Es werden Besucherbadges eingeführt.