Eine Woche Natur pur im Gantrisch

20.12.2015
04/2015
  • Lernende
  • Vorwort

Die Bergwaldwoche hat Tradition bei Stämpfli. Jedes zweite Jahr packen die Lernenden eine Woche lang zugunsten der Natur zu. Dies ist eine völlig neue Erfahrung für die meisten Jugendlichen, der Einsatz geschieht aber ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und entspricht der Stämpfli Unternehmenskultur.

Schon lange ist es her seit dem Sonntag, 16. August, als wir uns samt Gepäck von der Stämpfli AG in Richtung Gurnigel aufmachten. Insgesamt waren wir eine Gruppe von 2 Ausbildnern und 17 Lernenden. Unsere Aufgabe war es, während einer Woche den Naturpark Gantrisch zu unterstützen. Der Naturpark Gantrisch erstreckt sich über eine Fläche von 402 km2. Zu diesem Gebiet gehören 26 Parkgemeinden, welche sich auf die Kantone Freiburg und Bern verteilen. Durch den Naturpark fliessen die Gewässer Gürbe, Schwarzwasser und Sense, welche wir in unserer Zeit in der Bergwaldwoche von Ästen und Steinen befreit haben. Während der ersten beiden Tage begleiteten wir einen Revierförster und seinen Lernenden in einem Waldstück, welches circa 30 Minuten von unserer Unterkunft Gurnigelbad entfernt war. 

Waldpflege 

Nach einigen Erklärungen des Försters über diverse Baum- und Pflanzenarten sowie die Tiere, welche dieses Waldgebiet bewohnen, fassten wir Sägen, Fuchsschwänze, Schaufeln und Baumscheren. Unsere Arbeit be- stand darin, sämtliche störenden Äste, welche auf die Strasse ragten, auf zwei Meter zurückzuschneiden sowie Wasserschächte freizulegen und Ökohaufen zu bauen. Ökohaufen werden aus allerlei Holz, das bei der Ausdünnung des Waldes geschlagen wird, zusammengetragen. Diese dienen den Tieren als Unterschlupf. Vor allem möchte der Förster mit den Unterschlupfmöglichkeiten den Auerhahn wieder zurück in den Naturpark bringen.

 Nothelferkurs 

Am Mittwoch stand ein Sonderprogramm auf dem Plan. Geplant war eine Wanderung auf den Gantrisch. Diese konnte jedoch nicht durchgeführt werden, da die Wetterbedingungen nicht optimal waren. Kurzfristig durften wir in den Genuss eines ausführlichen und interessanten Nothelferkurses von Frank Nyffenegger kommen. Nicht nur die Programmänderung war eine Überraschung, sondern auch der Besuch der weiteren Ausbildenden Amel Boujamil, Jürg Bigler, Daniela Zürcher, Roland Wegner und seiner Frau Ursula Wegner, die uns den ganzen Tag begleitet haben. Danke euch allen für den Besuch! 

Arbeit auf der Alp

Für die beiden letzten Tage ging es auf die Alp. Mittlerweile meinte es auch das Wetter besser mit uns, und wir durften noch zwei sonnige Tage mit den Landwirten verbringen. Auf der Alp standen diverse Arbeiten an. Einige haben Bäume gefällt, andere haben sie angezündet, damit sich das Vieh nicht verletzt, wenn es sich auf der Weide befindet. An diesen Tagen lernten wir auch eine Bauernfamilie kennen, die sich bereit erklärt hatte, für uns zu kochen, damit wir uns am Mittag stärken konnten. Am letzten Abend hatten die beiden Ausbildner Frank Nyffenegger und Christoph Ramseier noch eine besondere Überraschung für uns Lernende. Wir fuhren gemeinsam auf die Panzerplattform Gantrisch. Dieser Ort ist bekannt dafür, dass man dort eine klare Sternennacht geniessen kann. Gemütlich liessen wir den Abend unter der Sternendecke liegend ausklingen. Am letzten Nachmittag kümmerten wir uns um die Abgabe der Unterkunft Gurnigelbad. Alle Lernenden halfen tatkräftig mit, damit wir so schnell wie möglich ins wohlverdiente Wochenende gehen durften. Am Freitag, 21. August, um 16 Uhr waren wir wieder da, wo am Sonntag alles begonnen hatte, vor der Stämpfli AG.


Engagement der Stämpfli AG 

Man kann sich fragen, weshalb die Lernenden der Stämpfli AG eine ganze Woche im Wald und auf der Alp verbringen. Das hat direkt nichts mit ihrem Arbeitsalltag zu tun. Und genau um das geht es. Es geht darum, dass die Jugendlichen sehen, dass es auch andere Formen von Arbeit gibt. Denn die meisten Lernenden kennen vor allem den Büroalltag. Zudem entspricht der Arbeitseinsatz der Stämpfli Unternehmenskultur. Wir sind Teil des Ganzen und möchten uns auch mit einem solchen Engagement auf wertvolle Art in die Gesellschaft einbringen und unsere Verantwortung als Unternehmen wahrnehmen.

 

Von der Arbeit der 17 Lernenden während dieser Woche haben der Naturpark Gantrisch und auch die Sennen auf der Alp im Gantrischgebiet profitiert. Im Gegenzug haben uns die Fachleute spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag gegeben, und durch die körperliche Arbeit haben sicher viele Erfahrungen gemacht, an die sie sich noch lange erinnern werden! Die Bergwaldwoche findet alle zwei Jahre statt. Während der Lehrzeit bei Stämpfli darf jeder Lernende einmal in dieser Woche dabei sein. Obwohl die Lernenden zum Start der Woche häufig eher etwas negativ gestimmt sind, nehmen die allermeisten positive Erinnerungen und Erlebnisse aus der Woche mit. Es gibt sogar solche, die am liebsten bei der nächsten Bergwaldwoche wieder dabei sein möchten.

 

Auch nach der Woche wirkt sich das Projekt positiv auf das Betriebsklima aus. Der Zusammenhalt unter den Lernenden hat sich stark verbessert, es wird besser abteilungs- und berufsübergreifend kommuniziert, und viele verbringen jetzt die Mittagspause gemeinsam.