Unternehmer und soziale Verantwortung

20.09.2006
03/2006
  • Vorwort

Soziale Verantwortung ist nicht einziger Inhalt einer erfolgreichen Unternehmensführung. Soziale Verantwortung erscheint mir eher als Richtschnur im Handeln des Unternehmers – eine Messlatte, mit welcher das eigene Tun beurteilt werden kann. In der Unternehmensführung können immer wieder Widersprüche zwischen betriebswirtschaftlich Notwendigem und sozialem Verantwortungsgefühl entstehen. Es wird gerade dann Aufgabe des Unternehmers sein, diesen Widerspruch in die eine oder andere Richtung aufzulösen. Dies gehört zu seiner gestaltenden Aufgabe.

Wenn wir die soziale und die unternehmerische Verantwortung etwas weiter fassen, so ist auch verständliches, nachvollziehbares Handeln dazuzuzählen. Kontinuität und Berechenbarkeit unternehmerischer Entscheide sind für die Mitarbeitenden von grösster Bedeutung, aber auch für die Öffentlichkeit zentral. Auch die menschlichen Qualitäten zähle ich zu dieser weiter gefassten Verantwortung. Hier wünsche ich mir leistungsorientiertes Handeln, das ehrlich, respektvoll, fair, zuverlässig, engagiert und massvoll ist.

Soziale Verantwortung wahrnehmen heisst nicht, die wirtschaftlichen Aspekte der Unternehmensführung ausser Acht

lassen. Wer wirtschaftlich nicht erfolgreich ist, wird sein soziales Verantwortungsgefühl nicht in Taten umsetzen können. Ich bin jedoch überzeugt, dass das eine das andere bedingt. Unternehmerisches Handeln ist in wesentlichen Teilen ein Handeln, das sich an langfristigen Zielen orientiert. Kurzfristige Gewinnmaximierung und spektakuläre Finanzkapriolen sind möglich, wenn die Rücksicht auf längerfristig durch die Gesellschaft akzeptierte Verhaltensweisen beiseite geschoben wird. Unternehmen sind jedoch keine Handelsware und Mitarbeitende nicht nur ein Kostenblock. Im Sinne der langfristigen Sicherung einer Unternehmung wird sich deshalb sozial verantwortungsvolles Handeln auszahlen.

Die soziale Verantwortung des Unternehmers steht damit sicher nicht im Widerspruch zu seiner unternehmerischen Aufgabe. Sie ist aber auch nicht Programm oder gar Unternehmenszweck. Der Unternehmer sollte sie eigentlich als selbstverständlichen Ausdruck seiner langfristigen Denkweise vorleben.