GYSI, Berner Chocolatier mit -internationaler Ausstrahlung

18.03.2005
01/2005
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GYSI – chocolatier suisse steht auf dem Firmenschild im Industrie­gebiet Bümpliz Süd. Achtzig Angestellte verarbeiten hier jährlich rund 500 Tonnen Schokolade zu feinen Truffes, Pralinés und Liqueur-Stängeli, zu Osterhasen, ­Gelée- und Zuckereiern, zu Sami­chläusen oder Touristikartikeln wie Kuh-Schoko-Lollys und Swiss Chocolate Fondue. «Wir beziehen die Schokolade in flüssiger Form, in Tankwagen zu sieben Tonnen», sagt Peter Gysi, der die Firma zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Frau während Jahren führte und nun den Wechsel in die dritte Generation begleitet. Dabei entwickelt GYSI auch eigene Rezepte, jährlich kommen um die zwanzig Neukreationen auf den Markt.

Schoggi – ein unwiderstehliches Produkt

Für viele Leute ist Schokolade etwas Besonderes. Isst man sie auch noch gerne, wenn man täglich damit zu tun hat? «Wir alle im Betrieb essen sehr gerne Schoggi», sagt Peter Gysi. Dabei unterscheide er zwischen der Degustation, der «Ar­beit» mit der Schokolade und dem privaten Vergnügen des Schoggikonsums. Pro Tag esse er zirka 50 Gramm, und im Ausland könne es schon vorkommen, dass er unter Entzugserscheinungen leide. Und er koste auch Konkurrenzproduk­-te – und sei es nur, um zu erfahren, wie diese schmecken.

Nur Schweizer Standort

GYSI exportiert nach England, ­Japan, in die USA und in viele andere Länder. Dennoch gibt es nur den Standort in Bümpliz, wo die Firma bereits seit 1948 sesshaft ist. «Der Export mit dem Schweizer Label funktioniert nur, wenn in der Schweiz produziert wird.» Peter Gysi ist überzeugt, dass die gute Qualität von Schweizer Milchschoggi an der Milch liegt. «Aber auch die anderen Rohstoffe machen eine feine Schokolade aus. Ebenso wichtig sind die Rezepte, die Verarbeitung und die Präsentation, denn das Auge isst mit.» Oft wird die Verpackung vom Kunden vorgegeben. Harrods zum Beispiel, das Londoner Nobelkaufhaus, ­verkauft GYSI-Schokolade unter eigenem Namen und mit eigener Verpackung. «Nach Grossbritan­nien liefern wir aber auch grosse Mengen Bioschokolade. Die Engländer sind sensibilisiert, denn sie hatten viele Lebensmittelskandale. In der Schweiz ist der Biomarkt bei Schokolade marginal.»

Vorschriften massiv gewachsen

In den letzten Jahren haben die ­Lebensmittelbestimmungen zugenommen. Peter Gysi: «Die An­sprüche der Konsumenten und der Behörden sind in diesem Bereich massiv gestiegen, die Sicherheit ist durch schärfere Bestimmungen und bessere Technologie grösser geworden.» Zudem seien die Vorschriften europaweit harmonisiert worden – für die Lebensmittel­ingenieurin bei GYSI eine Herausforderung, zumal GYSI ohne Konservierungsstoffe produziert. Mit diesem Markenzeichen ist man laufend daran, neue Märkte zu erschliessen. Ende Januar fand in Köln die internationale Süsswarenmesse statt, die erste Wahl für neue Kontakte. «Wir sind traditionell im Confiserie- und ­Konditoreisegment tätig, das seit einiger Zeit stagniert. Zuwachs hatten wir hingegen bei den Grossbezügern», sagt Peter Gysi. In der Lebensmittelbranche ist momentan jedoch ein massiver Preisdruck zu beobachten. «Der Schweizer Markt ist in einer riesigen Umstrukturierung. ABM, ­WARO und die EPA existieren nicht mehr, Aldi und Lidl werden sich in Kürze hier niederlassen. Das heisst, der Markt bleibt gleich gross, aber die Konkurrenz nimmt deutlich zu.»

Zusammenarbeit mit Stämpfli

Die Zusammenarbeit mit Stämpfli dauert schon seit Jahren, «seit wir den vierfarbigen Katalog drucken», so Peter Gysi. «Wir blicken auf ­eine professionelle, positive Zusammenarbeit zurück.» Man ­habe auch schon Konkurrenzofferten eingeholt, sei aber immer bei Stämpfli geblieben. Vor allem die Datenbank­lösung (siehe Kasten) habe überzeugt, denn früher habe der Lithograf die Bilder bearbeitet und der Satzhersteller den gesamten Katalog wegen Unvereinbarkeit der Software abgetippt, der Kontrollaufwand sei gigantisch gewesen. Heute holt man die Texte für den Katalog automatisch via Produktnummern aus dem Host – die Aktualisierung und der Sprachwechsel geschehen «also fast nur mit einem Mausklick», sagt er.

GYSI chocolate world – Verkauf direkt ab Fabrik

Nach unserem Gespräch führt ­Peter Gysi mich in die GYSI chocolate world, den seit letzten November erweiterten Verkaufsladen. Was vorher ein einfacher Fabrik­laden war, wurde umgebaut, das Sortiment erweitert. Hier finden hungrige Schleckmäuler GYSI-Produkte erster und zweiter Wahl mit Sonderpreisen direkt ab Fabrik. Hinten im Laden prangt auf Fototapete eine riesige Berglandschaft. Ausländische Kunden können so neben dem Sortiment auch ein schwei­zerisch geprägtes Ladenkonzept kennen lernen. Aber auch für Bernerinnen und Berner lohnt es sich, hier auf einen Besuch vorbeizukommen!

Vielen Dank an Peter Gysi für das ­Gespräch. Weitere Informationen finden Sie auf www.gysi.com.

Klein und fein – Database Publishing bei GYSI

Das Produktsortiment von GYSI wird in drei Katalogen in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch präsentiert. Die 24 Seiten einer Ausgabe enthalten ca. 400 Artikel mit Texten und Abbildungen sowie ganzseitigen Stimmungsbildern, die zeigen: «Schokolade ist unsere Leidenschaft.»

Alle Spezifikationen zu den Artikeln sind im Warenwirtschaftssystem (AS/400, neu I5) gespeichert. Die Anforderung, diese -Daten vollständig übernehmen zu können und automatisch in die Preisliste einfliessen zu lassen, wurde bereits im Jahr 2001 mit -einer Datenbanklösung umgesetzt. Bis heute -werden damit bei GYSI selbstständig fertige Katalogseiten aufbereitet und an Stämpfli geliefert. Der nächste Termin ist dann das Abstimmen bei uns an der Druckmaschine – und schon liegen die gedruckten Kataloge vor.

GYSI-intern können mittels Database Publishing jederzeit weitere Preis-listen erstellt oder bestehende Kataloge aktualisiert werden.