Familienunternehmen

20.06.2013
02/2013
  • Vorwort

Ein Rückblick zeigt mir, wie sehr sich unsere Welt in den vergangenen Jahren geöffnet hat, wie weit die Räume geworden sind, die wir fast mühelos erfassen können. Zwei ganz unterschiedliche Marksteine kommen mir in den Sinn: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, 1990 wurde beschlossen, das Internet für kommerzielle Zwecke verfügbar zu machen. Die sogenannte Globalisierung ist heute in aller Leute Mund. Bin ich zeitfremd, wenn mir dabei die überschaubare Einheit der Familie wichtig geblieben ist, wenn ich sie als Ausgangspunkt des Zusammenlebens anschaue?

Für die alten Römer war die Familie nicht auf die Verwandtschaft beschränkt, alle im gleichen Haushalt gehörten dazu, der pater familias meint nicht den Kindsvater, sondern das Oberhaupt dieser Lebensgemeinschaft. Ich strapaziere den Begriff der Familie nicht, wenn ich ihn auf unser Unternehmen anwende: Wir wollen eine inhabergeführte und eigenständige Familienfirma sein, das halten wir im Leitbild fest. Die Familienfirma, das ist nicht nur Ausdruck eines besonderen Besitzverhältnisses, das ist vor allem Ausdruck der Grundhaltung, wie wir im Unternehmen zusammenarbeiten und zusammenleben wollen.

Jeremias Gotthelf

Seit dem 1. Juli 1988, seit also 25 Jahren, sind Peter und ich in der vollen Verantwortung für unser Unternehmen, vom ersten Tag an mit dem vollen finanziellen Risiko, vom ersten Tag weg mit der vollen unternehmerischen Handlungsfreiheit. Die Übergabe des eigenen Unternehmens an die nächste Generation war für die vorherige sicher ein Kraftakt, der viel Vertrauen voraussetzte und die innere Freiheit forderte, die jüngere Generation mit ihren eigenen Ideen machen zu lassen. Peter und ich haben dieses Vertrauen bedingungslos geschenkt erhalten. Es zu rechtfertigen, ist bis heute unsere gute Verpflichtung geblieben.

In dieses 25. Jahr fällt der Hinschied unseres Onkels Jakob Stämpfli. Wo es ihm möglich war, hat er unsere Generation unterstützt und gefördert, nie behindert, nie gebremst. Wir verdanken ihm ausserordentlich viel. Er und sein Bruder, unser Vater Samuel, haben uns vorgelebt und uns übergeben, was auch wir vorleben wollen: unseren Mitarbeitenden ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein und auch allen anderen Anspruchsgruppen ein vorausschauender und langfris­tiger Partner.