Weshalb, Herr Rickenbacher, ist der Kanton Bern besser als sein Ruf?

20.09.2013
03/2013
  • Nachgefragt

... weil dieser Kanton alles bietet, was wir zum Leben brauchen!

Landschaft, Raum und Freiraum

Vom Berner Jura mit den Wytweiden über das Seenland und das Emmental mit den «Högern» – bis ins Oberland mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch bieten wir Erholungsraum. Dank hervorragender Verkehrsinfrastruktur ist alles rasch erreichbar. Aber auch rund um unsere Städte gibt es im Vergleich zu den Ballungsräumen Bassin Lémanique und Zürich Freiräume – wichtige Freiräume, wenn wir die Schweiz weiterentwickeln wollen.

Städte mit Kultur und Kommerz

Das UNESCO-Weltkulturerbe Berner Altstadt – welche Weltre­gion hat zwei UNESCO-Sites auf ihrem Gebiet? – ist nicht nur ein kultureller Höhepunkt, sondern dank den Lauben auch das grösste gedeckte «Einkaufszentrum» der Schweiz. Durch welche andere Hauptstadt schwimmt man im Sommer im Fluss? Zudem gehört die Agglomeration Bern gemäss verschiedenen Studien zu den wirtschaftlich potentesten Räumen der Schweiz. Aber auch Biel mit den Weltmarken Rolex, Swatch und OMEGA braucht sich nicht zu verstecken – in welcher anderen Stadt sind drei Weltmarken angesiedelt? Und die Region Thun ist interna­tio­nal der Cluster in der Werkzeugmaschinenindustrie.

Wirtschaftsleistung

Beim Bruttoinlandprodukt pro Kopf, der wichtigsten wirtschaftlichen Messgrösse, liegt der Kanton Bern auf Rang 7 aller Kantone. Dass wir trotz wirtschaftlicher Stärke finanzschwach sind, hängt damit zusammen, dass die Bundesverwaltung sowie viele Bundesinstitutionen keine Steuern bezahlen. Zudem ist die Wirtschaft des Kantons Bern auf das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft ausgerichtet – die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die weniger Steuerertrag als Finanzdienstleis­ter, Pharmariesen und Rohstoffhändler bringen, dafür langfristig Stabilität. Der Berner Arbeitsmarkt ist sehr stabil: Die Arbeitslosenquote liegt rund ein Prozent unter dem Schweizer Mittelwert – und schon dieser ist international kaum schlagbar.

Und vor allem: unser Zukunftspotenzial

Wir haben Freiräume, Städte und erfolgreiche KMU, eine Universität, die in einzelnen Disziplinen Weltspitze ist, und eine Fachhochschule, die erfolgreich mit der Wirtschaft zusammenarbeitet. Die Welt wird sich in 20 Jahren verändert haben: Wegen des enormen Bevölkerungswachstums und des Hungers nach wirtschaftlichem Erfolg müssen wir natürliche Ressourcen global effizienter nutzen. Bern ist mit Cleantech führend – bei der Elektromobilität historisch mit dem Sieger der «World Solar Race», der «Spirit of Biel/Bienne», und heute mit den Elektrobikes von Stromer und Flyer, aber auch mit den Solarpionieren von Jenni Burgdorf, Solarmax Biel und MeyerBurger Thun. Die demografische Alterung führt zu höherer Nachfrage nach medizinischer Versorgung und Forschung – mit dem Inselspital, der medizinischen Fakultät und den Medizintechnikfirmen sind wir an der Spitze. Und schliesslich erlauben es unsere Freiräume, auch künftig Lebensmittel für die Bevölkerung zu produzieren.

Schauen wir also über den Tellerrand hinaus – nach Europa, Asien, Amerika oder Afrika. Und wenn wir das tun, dann atmen wir durch. Wir atmen tief durch, weil wir erkennen, wie gut es uns geht – und welches Zukunftspotenzial der Kanton Bern hat. Auf den Lorbeeren ausruhen dürfen wir uns nicht: Was es braucht, ist gemeinsamer Wille. Der gemeinsame Wille von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung, das Potenzial gemeinsam zu nutzen!