Stadtberner Abfallkalender auf FSC-Papier

20.03.2006
01/2006
  • Produkt

«Der Schutz der Umwelt, das Wohlergehen des Staates und die Förderung des Gemeinwesens sind uns wichtige Anliegen.»

Aus dem Leitbild der Stämpfli AG

Jedes Jahr sammelt die Stadt Bern rund 60 000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gewerbe und Industrie und führt 20 000 Tonnen Material wie Altpapier, Glas oder Grünabfälle in Spezialsammlungen ab. Damit die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Abfall zur rechten Zeit auf die Strasse stellen, gibt die Stadt jährlich den Abfallkalender mit allen relevanten Daten heraus. 110 000 Exemplare in Deutsch und 660 in weiteren sieben Sprachen liefen Ende 2005 bei Stämpfli durch die Druckmaschinen.

Schon in den letzten Jahren wurde der Abfallkalender auf Recyclingpapier gedruckt. Das ist nur logisch: Die Konsumenten sehen so auf den ersten Blick, dass ihre alten Zeitungen tatsächlich wieder verwendet werden. Bei wachsenden Abfallbergen würde die Stadt unglaubwürdig dastehen, wenn sie einerseits Recycling predigt und andererseits ihren Abfallkalender auf hochweissem Papier druckt. Auch für den Eigenbedarf wird bei der Abfallentsorgung fast ausschliesslich Recyclingpapier verwendet.

Was ist ein FSC-Papier?

Für den aktuellen Abfallkalender hat sich die Stadt Bern nicht wie bisher für ein normales Recyclingpapier entschieden, sondern für ein FSC-Papier. Der Forest Stewardship Council (Weltforstrat) ist eine unabhängige Organisation, die sich die nachhaltige Waldbewirtschaftung zum Ziel gesetzt hat. Sie wurde 1993 in Toronto von Umweltorganisationen, Vertretern betroffener Regionen aus Nord und Süd und von Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft gegründet. Mit dem Zertifizierungsverfahren sollen Wälder umweltgerecht, sozialverträglich und wirtschaftlich tragfähig bewirtschaftet werden – dem Raubbau, vor allem im Regenwald, wird damit hoffentlich endlich ein Ende gesetzt. Das FSC-Label findet man heute vor allem auf Möbeln und Bauholz. FSC-Papier ist bisher nur schwer erhältlich, weil die Herkunft von Holzfasern zur Papierherstellung um einiges schwieriger nachzuweisen ist als die Herkunft beispiels­weise eines massiven Möbelstücks. Die Stämpfli AG besitzt das FSC-Zertifikat seit Anfang 2004.

Warum nicht einfach Recylingpapier?

Anders als etwa Metalle lässt sich Papier nicht endlos wieder verwerten. Die Holzfasern werden mit jedem Recyclingvorgang kürzer, das Papier verliert an Stabilität. Daher wird Recyclingpapier ein gewisser Frischfaseranteil beigefügt. Auf dem Markt werden FSC-Papiere mit Frischfaser- und Recyclinganteil angeboten, aber auch reine Frischfaserpapiere, falls ein Kunde ein hochweisses, aber trotzdem umweltverträgliches Papier wünscht. Beim Stadtberner Abfallkalender wurden 30% FSC-Fasern und 70% Recyclingpapier verwendet.

Die Nachfrage nach ökologisch produziertem Papier mit FSC-Frischfaseranteil ist nach Informationen der Umweltorganisation WWF in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. In Europa wuchs der Bedarf an FSC-Papier allein innerhalb des Jahres 2003 um mehr als das Vierfache.

Diese Entwicklung interessierte auch die für den Abfallkalender verantwortliche Agentur Freiburghaus und Partner in Bern. Eileen Plüss, Planerin Marketingkommunikation bei Freiburghaus und Partner AG, beschreibt die Zusammenarbeit folgendermassen: «Auf der Suche nach einem Recyclingpapier für den Druck des Abfallkalenders der Stadt Bern stellte uns Stämpfli Publikationen das FSC-Papier vor. Dieses begeisterte uns wegen seines ökologischen Produktionsverfahrens und der dahinterstehende Philosophie sofort und schien wie für den Abfallkalender – wo es schliesslich auch um umweltfreundliches Rezyklieren geht – ­gemacht.

Die genannten Argumente überzeugten auch die Abfallentsorgung der Stadt Bern, und schnell waren sich alle einig, dass das spannende Projekt Forest Stewardship Council tat- und kaufkräftige Unterstützung verdient.

Die Zusammenarbeit mit Stämpfli war einmal mehr durchwegs positiv.»