«Podium» – eine Bühne für Kultur­veranstalter

19.03.2010
01/2010
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«Du, Schatz, was machen wir eigentlich heute Abend?» – Der zeitgenössische Kulturkonsument ist nicht nur anspruchsvoll; er liebt auch die Abwechslung. Gestern ein rustikales Gotthelfstück, heute magisches Keltentum, morgen beflügelnde World Music.

Verändertes Publikums­bedürfnis

Immer seltener werden Jahreskarten gekauft oder Gönnerbeiträge bezahlt. Kulturinteressierte besuchen das, wonach ihnen gerade der Sinn steht. Diesem veränderten Bedürfnis haben auch die Kulturveranstalter Rechnung zu tragen. Sie müssen ihr Publikum abholen. Nicht einmal im Jahr, sondern immer wieder von Neuem. Und Not macht erfinderisch. Längst haben die Kulturveranstalter Massnahmen ergriffen. Die Zauberformel: Synergien nutzen. Der Musikliebhaber begeistert sich auch für Ausstellungen; der Ausstellungsinteressierte mag auch Theater; und der Theaterfreund geht auch mal in ein Museum. Was also läge näher, als die früher viel klarer voneinander abgegrenzten Kulturfelder gemeinsam zu bewirtschaften?

Eine Gemeinschaftsbühne für Kulturveranstalter

Zu diesem Schluss kamen in Bern auch ein halbes Dutzend Kulturin­s­titutionen. 2001 schlossen sie sich zu einer Trägerschaft zusammen und lancierten ein Kulturjournal. Seit 2003 erscheint das Blatt unter dem Namen «Podium». Von der früheren Trägerschaft sind heute noch vier Partnerinstitutionen dabei: die Musikschule Konservatorium Bern, die Abegg-Stiftung, die Hochschule der Künste Bern und das Historische Museum Bern. Nicht geändert hat sich die Rezeptur des Magazins: Statt nur über bevorstehende Veranstaltungen zu informieren, öffnen die Institutio­nen ihre Türen und gewähren einen intimen Blick hinter die Kulissen. Zubereitet wird das Kulturmenü mit schmackhaften Zutaten: unterhaltsamen Hintergrundberichten zu Produktionen, Veranstaltungen und zum Kulturgeschehen in und um Bern; ausgewählten Veranstaltungstipps sowie – gewissermassen als Amuse-Bouche – einer Kolumne, in der Konrad Tobler, der ehemalige Leiter des Kulturressorts der «Berner Zeitung», zu kulturell oder gesellschaftlich relevanten Fragen pointiert Stellung bezieht.

Aktuell und zielgruppen­orientiert

Das vierteljährliche Erscheinen ermöglicht es den Partnern, über ihr gesamtes Jahresprogramm umfassend zu berichten. Ein weiterer Vorteil des institutionellen Schul­terschlusses: Die eigenen Angebote erreichen ein weit grösseres Zielpublikum, als dies in einem Alleingang möglich wäre. Der Grund: Fast 90% der über 20 000 Exemplare umfassenden Auflage gelangen per Direktversand zur potenziellen Kundschaft. Die restlichen 10% liegen in Form von Gratisexemplaren in öffentlichen Häusern und Hotels auf. Attraktiv ist das Blatt aber nicht nur für die vier Partner, sondern auch für andere Veranstalter, die sich eine Stimme verschaffen wollen. Mit seiner edlen Aufmachung ist es zudem ein idealer Werbeträger für Inserenten. Der Erfolg des Kulturjournals verwundert in Bern niemanden: Schliesslich ist es mittlerweile selber zum festen Bestandteil der Berner Kulturwelt geworden.

Alles unter einem Dach

Seit 2009 wird das Magazin von der Stämpfli Publikationen AG herausgegeben. Susann Trachsel, die dafür bei Stämpfli die Gesamtverantwortung trägt, sieht dabei für beide Seiten einen Gewinn: «Die Partner können sich auf ihre Inhalte konzentrieren, und wir können ein komplettes Leistungspaket anbieten.» Neben der Gesamtkoordination kümmern sich die Spezialisten bei Stämpfli um die redaktionelle Bearbeitung der Beiträge, die Gestaltung und Herstellung des Heftes, die Aboverwaltung, den Vertrieb und die Auslieferung sowie die Akquisition von Inseraten und redaktionellen Beiträgen weiterer Institutionen.