Next Generation – Ausbildung für die Zukunft

02.03.2022
01/2022

Das besondere Konzept der Next Generation erlaubt es uns Lernenden, bereits während der Lehre wertvolle Erfahrungen in Bezug auf das spätere Berufsleben zu sammeln. Da wir unsere Projekte selbstständig abwickeln, lernen wir den Ablauf eines Auftrags vom Anfang bis zum Schluss kennen. Das heisst, dass wir neben dem effektiven Ausführen des Auftrags Kunden akquirieren, Offerten schreiben, Beratungsgespräche führen und den Auftrag auch selbstständig abrechnen. Ich kann meine Arbeit so mit den Prozessen, die davor und danach stattfinden, verknüpfen und lerne bereits jetzt, worauf ich achten muss, damit sich ein Auftrag rentiert. In der NextGen arbeiten ausschliesslich Lernende und Oliver Glauser, unser Coach.

Saskia Wittwer
Lernende Polygrafin

Durch die vielen unterschiedlichen Projekte, an denen wir in der NextGen arbeiten, erhalte ich einen Einblick in eine breite Palette von Fachgebieten. Das bedeutet, dass wir unsere Projekte nicht strikt nach Berufsbild aufteilen. Auch eine Polygrafin oder ein Polygraf hat die Möglichkeit, ein Video zu schneiden oder eine Website zu erstellen. Genauso können die Mediamatiker und Mediamatikerinnen einen Flyer oder Visitenkarten gestalten. Oder wir erhalten einen Einblick in die Erfolgsrechnung der NextGen und die Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen. Bei unseren Aufträgen arbeiten wir oftmals mit anderen Abteilungen von Stämpfli zusammen und profitieren so vom Wissen der entsprechenden Fachpersonen. Dieser Austausch mit den Berufsfachleuten und den Abteilungen ermöglicht es mir, zu erkennen, wo meine Interessen liegen und welches meine Fähigkeiten sind. Dies hilft mir, herauszufinden, welche Richtung ich nach der Lehre einschlagen möchte. Neben unseren auftragsspezifischen Projekten sind wir Lernenden auch an abteilungsübergreifenden Projekten beteiligt. Moritz und Simon sind zum Beispiel in der Gesundheitsgruppe aktiv, ich bin im Marginalie-Team dabei und darf aktuell an unserem Brand-Manual mitarbeiten. Dabei finde ich es extrem spannend, zu sehen, wie grössere Projekte ablaufen und was alles beachtet werden muss, damit es am Schluss klappt.

Das offene und hilfsbereite Klima unter allen Mitarbeitenden trägt dazu bei, dass ein nachhaltiges Lernen möglich ist. Ich schätze es sehr, hier im Haus auf so viele Personen zugehen zu dürfen, mit dem Wissen, von ihnen Unterstützung zu bekommen. Auf Fragen, die während des Arbeitens auftauchen, versuche ich, eine Antwort zu finden und so Wissenslücken zu schliessen. So lerne ich am meisten und kann das Gelernte auch über lange Zeit behalten. Doch ich habe gelernt, dass das Wissen, das ich nicht jeden Tag brauche, schnell nicht mehr präsent ist und es oft sinnvoll ist, das Gelernte kurz aufzuschreiben. Dafür habe ich ein Dokument mit einem übersichtlichen Verzeichnis erstellt, das ich fortlaufend ergänze. Ein ehemaliger Lehrer von mir hat uns einmal folgendes Zitat von Albert Einstein mitgegeben: «Wissen heisst wissen, wo es geschrieben steht.» Das finde ich ziemlich passend zum oben Beschriebenen, denn wenn man sich ein gutes Nachschlagewerk aufbaut, kann man nachträglich darauf zurückgreifen. Weitere Punkte, die mich weiterbringen, sind ein konstruktives Feedback und der Austausch untereinander. Mir ist es wichtig, eine ehrliche Rückmeldung zu bekommen, denn niemand schaut die Sachen gleich an wie ich, und jedem sind unterschiedliche Aspekte wichtig. Ich finde es immer wieder lehrreich, einen Einblick in die Projekte der anderen und in ihre Arbeitsweise zu bekommen. Oft kann ich so für mich einiges mitnehmen. In der NextGen stellen wir uns deshalb gegenseitig unsere Projekte vor, um einander zu vermitteln, was wir dazugelernt haben, wo wir einen guten Weg gewählt haben oder was wir das nächste Mal besser machen könnten.

Lernen ist für mich auch abgesehen von meiner Lehre etwas Wichtiges. Es kommt aber auf die Art und Weise an. Mich hinzusetzen und einfach etwas auswendig zu lernen, ist nicht so mein Ding und hat bei mir deshalb meistens keine nachhaltige Wirkung. Aber wenn mich etwas wirklich interessiert, macht mir das Lernen Spass. Mir ist es wichtig, offen und neugierig zu bleiben und die Dinge nicht einfach so hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen und daraus zu lernen.

Oliver Glauser
Leiter Stämpfli Next Generation

Blended Learning

Mit dem Aufkommen von Homeschooling kam auch eine für uns neue Lernform auf: Blended Learning. Doch was ist damit genau gemeint? Mit Blended Learning werden verschiedene Lernmethoden kombiniert: Dies kann zum Beispiel Präsenzunterricht in Kombination mit Online-Formaten wie Webinar, Video oder webbasierten Trainingsplattformen sein. Die Mischung bietet den Vorteil, dass Abwechslung entsteht und die Themen unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet werden. So können die Lernenden in einer Gruppenarbeit zusammen Wissen erarbeiten und das Gelernte dann in einem Online-Quiz selbst reflektieren oder ergänzende Informationen in einem Video erhalten. Die Gewichtung der einzelnen Methoden kann je nach Bedarf unterschiedlich vorgenommen werden.

Die Lernform bietet viele Vorteile:

• Sie bietet Flexibilität, was Ort und Zeit des Lernens angeht.

• Durch die Abwechslung steigt die Motivation.

• Durch die Mischung der Lernmethoden gehen die sozialen Kontakte nicht verloren.

• Die Eigenverantwortung wird gefördert.

• Verschiedene Quellen werden miteinander verknüpft.

ICT Award

Ausbildung hat bei Stämpfli Tradition: Aktuell bilden wir rund 30 Lernende in 7 Lehrberufen aus. Das entspricht gut 10% der Belegschaft. Kürzlich wurde unser Engagement mit dem ICT Education & Training Award 2021 ausgezeichnet. Das macht uns unglaublich stolz und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Interessiert an unseren Projekten? Hier geht es zu unseren Referenzen.