Nachhaltige Produktion

02.03.2022
01/2022

Die Agenda 2030 der UNO und einige der darin festgehaltenen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind auch für uns wegweisend. Doch wo stehen wir, und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Wir berichten, was wir bei Stämpfli für mehr Nachhaltigkeit tun und weshalb wir weiterhin Plastikfolie für den Zeitschriftenversand verwenden.

Reto Gerber 
Projektleiter Print

Kreislaufwirtschaft

Wir arbeiten in unserem Betrieb im Sinn der Kreislaufwirtschaft. Sie hat zum Ziel, die verwendeten Ressourcen in ihren jeweiligen Kreislauf zurückzubringen. So wird eine permanente Wiederverwertung betrieben, und die Nutzungs- und Lebensdauer von Produkten und Komponenten verlängert sich. Bei vielen Rohstoffen gelingt uns das. Selbstverständlich ist für uns etwa die Rückführung von Altpapier, Karton und Aluminium, das wir für die Druckplatten im Offsetverfahren verwenden. Zudem werden Druckerpatronen separat gesammelt und Altgeräte in ihre wiederverwendbaren Einzelteile zerlegt. Doch auch wenn wir hier schon viel erreichen, gibt es immer Verbesserungspotenzial.

Cradle to Cradle

Von jeher streben wir danach, Druckhilfsmittel, Farben und Lösemittel mit möglichst geringem VOC-Anteil zu verwenden. In den letzten zehn Jahren reduzierten wir unseren Anteil um 80 Prozent. Mineralölfreie Druckfarben im Bogenoffset genügten uns nicht. Aus diesem Grund haben wir seit September 2021 auf unserer Druckmaschine die Möglichkeit, Cradle-to-Cradle™-zertifizierte Druckfarben und Lacke einzusetzen. Das Cradle-to-Cradle™-Konzept basiert auf der Idee eines effizienten Rohstoffkreislaufs, in dem Materialien möglichst vollständig wiederverwendet werden. Daneben enthält unsere Farbe weder Kobaltseifen noch Mineralöl und erfüllt damit wesentliche Vorgaben des europäischen Umweltzeichens.

Vermehrt stellen auch die Papierhersteller ihre Produktion auf Cradle-to-Cradle™-zertifizierte Papiere um. Dieser Schritt ist auch zwingend notwendig, damit die kundenseitig gewünschte Druckproduktevielfalt befriedigt werden kann. Wird eine Drucksache von A bis Z im Cradle-to-Cradle™-Verfahren hergestellt, ist es möglich, das Druckprodukt der Natur zurückzugeben, also es zu kompostieren. Aus Sicht von Stämpfli Kommunikation ist dieses Bestreben zwar interessant, jedoch nicht zielführend. Unsere Druckprodukte können bedenkenlos dem Altpapierkreislauf zugeführt werden. Aus den Altfasern entsteht, in einer anderen Art des Kreislaufs, neues Papier.

Folie oder Papier?

Die in den letzten Jahren intensiv geführte Klimadebatte hat zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der Versandhülle von Zeitschriften, zumeist aus Folie, geführt. Laut einer Studie der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt Empa schneiden Versandhüllen aus Folie in der Ökobilanz deutlich besser ab als solche aus Papier. Zudem stellt die Folie im Verhältnis zum gesamten Produkt eine minimale ökologische Belastung dar. Wir verwenden standardmässig die «I’m Sustain»-Folie, die mit einer reduzierten Materialstärke eine der geringsten ökologischen Gesamtbelastungen aufweist. Alternativ bieten wir die «I’m Eco»-Folie an, die zu einem grossen Teil aus Recyclingmaterial besteht. Mehr Informationen

Was wir sonst noch tun

Ab 2022 werden ausschliesslich prozesslose Druckplatten zum Einsatz kommen. Diese bieten den Vorteil, dass auf Chemikalien zum Auswaschen der Plattenschicht vollumfänglich verzichtet werden kann. Mittels Wärmerückgewinnung unserer Kälteanlage und der Druckluftkompressoren sparen wir Energie bei der Warmwassererzeugung. Die Kühlung des Bürogebäudes wird im Sommer mittels Nachtauskühlung (Durchzug) realisiert, wir haben keine Klimaanlagen für die Kühlung der Büroarbeitsplätze im Einsatz. Das verschmutzte, aber unbedenkliche Feuchtwasser unserer Druckmaschinen wird fachgerecht entsorgt. 

Erfahren Sie mehr rund um das Thema Nachhaltigkeit bei Stämpfli Kommunikation.

Keine UV-Farben

Wir verzichten bewusst auf Druckproduktionen mit UV-härtenden Farben und nutzen wo möglich Cradle-to-Cradle™-zertifizierte Druckfarben. Dies vereinfacht das Papierrecycling und ergibt höherwertige Fasern ohne polymerisierte Farbeinschlüsse.

Was sind VOC?

Flüchtige organische Verbindungen (VOC) dienen als Lösungsmittel, etwa in Farben und Lacken. Stämpfli hat den Anteil an VOC-haltigen Lösungsmitteln in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent gesenkt. Das reicht uns aber noch nicht. In einer selbstverpflichtenden Vereinbarung haben wir festgehalten, dass wir die Emission von VOC weiter vermindern.

Was sind SDGs?

Mit der Agenda 2030 haben sich die Vereinten Nationen der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Die 17 definierten Ziele, die SDGs (Sustainable Development Goals), betreffen die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Umwelt.