e-ducation – das Amtliche Schulblatt des Kantons Bern

20.09.2005
03/2005
  • Produkt

Anno 1897 wurde das Amtliche Schulblatt des Kantons Bern erstmals herausgegeben. In den über hundert Jahren seines Bestehens erfuhr das Traditionsblatt natürlich immer wieder Anpassungen; den heutigen Anforderungen in seiner Funktion als vorausschauendes und transparentes Kommunika­tionsmittel für Lehrpersonen, Schul­leitung, Behördenmitglieder und Parlament genügte es jedoch nicht mehr. Unter dem Namen e-ducation Amtliches Schulblatt wurde es im Januar 2004 inhaltlich neu konzipiert und redaktionell aufgewertet.

Mit dem e-ducation Amtliches Schulblatt, dem e-ducation newsletter und dem dazugehörigen e-ducation flash ist nun eine Palette von Kommunikationsmitteln vorhanden, die dem Wunsch nach ­offenen Kommunikationswegen Rechnung trägt. Der inhaltliche Fokus in allen drei Medien ist auf die Strategie und die Schulentwicklung gerichtet. Nachrichtenwert und Aktualität kommen darin eine grosse Bedeutung zu. So werden die Stellenausschreibungen seit 2004 nur noch online publiziert (www.be.ch/jobs).

e-ducation Amtliches Schulblatt

erscheint sechsmal jährlich, zweisprachig in Deutsch und Französisch und in einer Auflage von 21500 Exemplaren. Die Rubriken der Zeitschrift ermöglichen eine breite Darstellung schulischer ­Projekte. Sie bieten sich als Plattform für einen aktiven Dialog über Ziele und Umsetzung an.

Die amtlichen Mitteilungen ­befinden sich im Mittelteil. Sie können zur Aufbewahrung herausgelöst werden. Sämtliche Inhalte sind im Archiv der Homepage www.erz.be/e-ducation frei abrufbar.

e-ducation newsletter

Ergänzend zum Printprodukt gibt die Erziehungsdirektion monatlich den e-ducation newsletter heraus. Dieser ermöglicht es, bildungspolitische Basisinformationen von hohem Aktualitätsgrad schnell und unkommentiert an die gewünschten Dialogpartner im Kanton Bern weiterzuleiten.

e-ducation flash

Für besondere Ereignisse ist ein e-ducation flash vorgesehen. Damit können bei Bedarf kurzfristig Fakten und Standpunkte erläutert, kommentiert und übermittelt werden.

Herr Werder, Herr Lang, wie würden Sie als Redaktoren den Unterschied zwischen dem Konzept des ehemaligen Amtlichen Schulblatts und e-ducation beschreiben?

e-ducation ist eine redaktionell geführte Zeitschrift mit einem fixen Heftumfang. Sie erscheint alle zwei Monate. Die ersten Seiten widmen sich strategischen Bildungsthemen; hier will die Erziehungsdirektion wichtige Projekte oder Neuerungen in einem verständlichen Kontext an die Lehrpersonen weitergeben. Ein ­besonderes Ziel ist es, aktuelle Themen aus dem Schulumfeld ­aufzugreifen, um die Lehrpersonen in ihren Bedürfnissen direkt anzusprechen. Die Autoren der einzelnen Artikel werden angeleitet, wie sie ihre Beiträge gestalten sollen. Damit ist gewährleistet, dass der vorgeschriebene Heftumfang nicht überschritten wird und eine ge­wisse Qualität sichergestellt ist.

Im Gegensatz dazu erschien das «alte» Amtliche Schulblatt des Kantons Bern einmal pro Monat und hatte weder ein redaktionelles Konzept, noch war es an einen bestimmten Seitenumfang gebunden. Publiziert wurden insbesondere Meldungen und Informationen ­aller Art (und jeweils in voller Länge) aus den Ämtern und Aussenstellen der Erziehungsdirektion sowie von «Dritten». Hinzu kam, nicht unwesentlich, der «Stellenmarkt» für Lehrpersonen, welcher zeit­weise fast die Hälfte des Heftumfanges umfasste! Die Publika­tion wurde ausserdem in einen deutsch- und einen französischsprachigen Teil aufgeteilt. Auch verfügte die Zeitschrift über ein «besonderes» Format (210 ×

210 mm), eine luxuriöse Papiersorte, wurde schwarz-weiss gedruckt, und auf die Publikation von Fotos oder Logos wurde vollumfänglich verzichtet.

Welche Schwerpunkte hat die ­Publikation heute?

Jede Ausgabe ist auf ein Haupt­thema ausgerichtet; in einer Aus­gabe war es beispielsweise die ­Berner Fachhochschule, in einer ­an­deren die neue Ausbildung «Fachangestellte Gesundheit». Wir wählen diese Themen sehr gezielt aus und stimmen sie auf die Prioritäten in unserer politischen Agenda ab. In Ergänzung dazu gibt es diverse kleinere Rubriken wie das Magazin mit Kurztexten zu verschiedensten Themen rund um Bildung und Kultur sowie die Agen­da mit Veranstaltungshinweisen.

Welche Probleme sind heute in der Schule vordringlich?

Ein kontroverses Thema ist gegenwärtig die Chancengleichheit. Wie sollen möglichst viele Kinder in ­ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen optimal gefördert werden? Im Grossen Rat sind kürzlich im Rahmen der Bildungsstrate­gie wichtige Fragen dazu diskutiert worden: früheres Schuleintrittsalter, durchlässige Schulmodelle und integrative Massnahmen.

Wie gelangen Sie an Ihre Informationen und Artikel?

Die Redaktionsgruppe, bestehend aus insgesamt neun Mitgliedern, trifft sich einmal pro Monat. Zu Be­ginn des Jahres werden die Schwer­punkt­themen und die damit in Zusammenhang stehenden Rubriken mit Ergänzungsinformation für ­alle sechs Ausgaben festgelegt. Die Wahl der Themen ergibt sich entweder aus dem ­politischen Umfeld oder aufgrund konkreter Projekte oder Neuerungen der einzelnen Ämter der Erziehungsdirektion. Die in den Rubriken «Magazin» und «Agenda» publizierten Ver­an­stal­tungshinweise und -termine erhalten wir hauptsächlich per E-Mail (Newsletter, Publikationsanfragen), teilweise sind es ebenfalls interne Texte der Erziehungsdirektion.

Wie gelingt es Ihnen, nah an den Problemen der Schule und Lehrerschaft zu sein?

Wir engagieren uns in den Schulbehörden unserer Wohnortgemeinde und sind beide Familienväter. Die Partnerin des verantwortlichen Redaktors ist überdies aktive Schulleiterin.

Wer ist für die Strategie der Publikation zuständig?

Grundsätzlich ist dies der Fach­bereich Kommunikation im Auftrag des Erziehungsdirektors.

Wie viele Leute arbeiten für e-ducation?

Die Publikation gehört zum Auf­gabengebiet des Fachbereichs Kommunikation (zwei Personen). Dieser stellt auch die Redaktion. Hinzu kommt die Mitarbeit der ­Redaktionsgruppe (sieben weitere Personen). Ausserdem engagieren wir eine professionelle Fotografin sowie einen Cartoonisten. Weiter erarbeiten die fünf Mitarbeiterinnen des Übersetzungsdienstes der Erziehungsdirektion sämtliche Übersetzungen Deutsch/Französisch – für Übersetzungen Französisch/Deutsch kommt eine weitere (externe) Person hinzu. Zudem kümmern sich zwei Personen unter anderem um das Verwalten der Adressdatenbank sowie der «Reserve»-Ausgaben (Archiv). Insgesamt sind das rund 17 Personen, die alle in irgendeiner Art mit e-ducation zu tun haben.

Ist die Publikation vollumfänglich vom Kanton finanziert?

Die Kosten trägt zu 100% die Erziehungsdirektion, also der Kanton Bern. Wir versuchen jedoch, die «Aufwandseite» mit den Inserateneinnahmen und (wenn auch in bescheidenem Masse) den Einnahmen aus den Abonnementsverkäufen zu entlasten.

Vielen Dank an Martin Werder und ­Rudolf Lenz für die Beantwortung meiner Fragen.