Die Logistiker

19.12.2008
04/2008
  • Porträt

Bei Stämpfli ist das Logistiker-Team in diesen Monaten besonders gefordert (siehe Artikel Logisti­sche Herausforderung). Es muss dafür sorgen, dass die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort steht. Dies erfordert eine gute Kommunikation und ein eingespieltes Team, bei dem jeder weiss, was zu tun ist.

Teamwork

Das Be- bzw. Entladen auf der Rampe ist Sache von Fritz Habegger. An Spitzentagen warten bis zu 15 Lastwagen, die er möglichst schnell entladen oder beladen soll. Es werden aber nicht nur Papiere und Papierrollen geliefert, sondern auch Farben, Verpackungsmaterial oder Broschüren, die den Zeitschriften beigelegt werden. Zuerst kontrollieren die Logistiker die angelieferte Ware, überprüfen die Menge und nehmen die Lieferung an. Der Lieferschein geht direkt ins Büro zu Konrad Feller, der den Auftrag im System verbucht. Die Papierfracht verbuchen Alfred Bernegger und Hans Haldi im Papierlager selbst und haben so direkt den Überblick über die Bestände. Die beiden schauen, dass immer genügend Papier zum Drucken bereitsteht. «Wir sind ein Team: Jeder hat zwar seinen Aufgabenbereich und seine Verantwortlichkeit. Aber wir unterstützen und helfen einander, wenn Not am Mann ist», beschreibt Hans Haldi die Zusammenarbeit. Unterstützung erhalten sie von zwei Lernenden, die auch für die Briefpost zuständig sind.

Postrundgänge

Täglich um 8 Uhr bringt die Post Briefe und Pakete, die sortiert und verteilt werden müssen. Die Lernenden verteilen auf dem morgendlichen Postrundgang die eingegangenen Briefe und Sendungen und sammeln zweimal täglich im ganzen Betrieb Briefe und Pakete ein und machen diese versandbereit.

Hans Haldi verteilt die Pakete und überprüft nach seinem Post­rundgang, ob andere Anfragen eingegangen sind. «Die Buchbinderei benachrichtigt uns per Mail, wenn sie z.B. für die Verpackung noch Kartonschachteln oder Heftfäden benötigt. Ich hole das verlangte Material im Lager und bringe es direkt vorbei.»

Materialbestellung

Damit die Logistik-Mitarbeitenden immer den aktuellen Lagerbestand kennen, verbuchen sie jede Ausgabe im System. Wenn der Bestand langsam zu Ende geht, meldet Hans Haldi dies an Konrad Feller, der neues Material bestellt. Auch für den Bürobedarf ist die Logis­tik-Abteilung zuständig. Fehlt irgendwo ein Toner, ist Hans Haldi gefragt. Aber auch wenn z.B. Bern Tourismus 10 000 Stadtpläne braucht, die im Hochregallager eingelagert sind, schellt sein Telefon. «Nicht selten kommt es vor, dass drei oder vier Abrufe zusammenkommen und alles sofort erledigt werden muss. In dieser Situation ist es besonders wichtig, Prioritäten zu setzen, und zu entscheiden, welcher Abruf wirklich dringend ist. Man braucht einen kühlen Kopf und darf sich in diesen hektischen Momenten nicht stressen lassen.»

Beilagen

Broschüren werden oft in anderen Druckereien hergestellt oder vom Ausland angeliefert, um sie den Zeitschriften beizulegen, die Stämpfli druckt. Die Logistiker nehmen die Ware an, überprüfen die Lieferung und schätzen, ob die Menge angelieferter Exemplare mit der Zahl auf dem Lieferschein übereinstimmt. Ein halbes Dutzend Muster geben sie dem Innendienst zur Kontrolle. Bei der Zeitschriftenherstellung geben die Innendienstmitarbeiter die Beilagen frei. Die Logistiker erhalten ein Muster, damit sie genau wissen, welche Beilagen sie aus dem Keller oder Vorraum holen sollen, und bringen sie in die Produktion an die Foliermaschinen.

Papierversorgung

Damit die Maschinen fortwährend laufen und ein reibungsloser Arbeitsablauf gewährleistet ist, muss genügend Druckmaterial vorhanden sein. Alfred Bernegger und Hans Haldi sehen auf einer Liste, wie viel Papier am Folgetag geliefert wird und welche Druckaufträge anstehen. Vor Arbeitsschluss fragen sie beim Drucker nach, wie viel Papier er in der Nacht bedrucken wird, bringen ihm das Verlangte an die Maschine oder stellen es ihm auf dem Boden im Hochregallager bereit, wo er es selbst holen kann. «Bis vor kurzem hatten wir in der Druckmaschinenhalle mehr Platz und konnten das Papier für alle Druckmaschinen bereitstellen. Jetzt ist dies nicht mehr so. Deshalb wird gezielt abgerufen und nur das Papier vorbereitet, das wirklich gebraucht wird. Im besten Fall findet das Papier den direkten Weg vom Lastwagen in die Produktionshalle.»