Der Informatiker

20.09.2006
03/2006
  • Porträt

«Im Zuge der Microsoftupdates wurde auf dem internen Proxyserver ebenfalls das Service Pack 2 (SP) installiert. Mit diesem SP wurde die Sicherheit des Systems erhöht, sodass die einfache Anmeldung über das Protokoll HTTP nicht mehr erlaubt war. Mit einem kleinen Script konnte dieses Problem aber nun behoben werden und der Zugriff funktioniert wieder wie gewohnt.»

Solche E-Mails empfangen Stämpfli-Mitarbeitende, wenn Probleme in der Informatik auftreten bzw. bereits gelöst sind. Einer der Verfasser ist Thomas Kaeser, verantwortlich für die Netzwerke im Hause und die Betreuung der Kundenserver. «Beim Server Housing steht nur der Server bei Stämpfli. Die Hardware gehört dem Kunden. Beim Server Hosting hingegen kann der Kunde Speicherplatz mieten und andere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, z.B. E-Mail-Adressen», erklärt er.

Zu seinen Aufgaben gehört, sowohl die Software als auch die Hardware der Server zu aktualisieren. «Auf jeder Harddisk hat es so genannte Firmware – die Software der Hardware – , die drei- bis viermal pro Jahr upgedatet wird.» Zudem ist Thomas Kaeser dafür verantwortlich, dass die Sicherheitslücken immer geschlossen werden, «obwohl ein Unternehmen wie das unsere nicht gerade zum Aufregendsten gehört, was ein Hacker sich vorstellen kann».

Rund 10 000 E-Mails pro Tag

Rund 10 000 E-Mails pro Tag erreichen die Stämpfli-Mitarbeitenden. «Bei zirka 280 Mitarbeitenden wären dies rund 35 Mails pro Tag pro Person», rechnet er vor. 80 Prozent dieser Mails sind jedoch Spam, unerwünscht zugesandte Werbung per Mail, und werden automatisch von einem spe-ziellen Programm gefiltert.

Abwechslungsreiche Tätigkeit

Thomas Kaesers Tag beginnt mit Routinearbeiten: Er kontrolliert das Back-up, das jede Nacht gemacht wird. «Rund 1,5 Terabite oder 1,5 Millionen Megabite werden gesichert. Zum Vergleich: Ein PC hat rund 250 Megabite Speicherplatz, also 6000 Mal weniger», veranschaulicht er die enorme Datenmenge.

Danach schaut er so genannte Logfiles an – Protokolle, in denen wichtige Informationen abgelegt sind –, um Soft- und Hardwareprobleme beim Server frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Neben dem Tagesgeschäft laufen diverse Projekte. «Die Projektarbeit ist am spannendsten. Von der Planung bis zur Ausführung macht man alles selber. Am Schluss kann man sagen: Es läuft. Das ist ein gutes Gefühl.» Die Umstellung des Betriebssystems NT 4.0 auf Windows 2003 war eine der grossen Herausforderungen der letzten Zeit. «Ziel war es, das alte System in das neue zu überführen, sodass die Mitarbeitenden möglichst ohne Unterbruch arbeiten konnten.» Thomas Kaeser hat auch Kontakt zu externen Kunden, die telefonisch um Rat fragen. Da meist nicht der Server defekt ist, verweist er die Kundschaft an die Kollegen vom Support.

Ein Informatiker ist ein Allrounder

Bei Stämpfli all media AG gibt es Bereiche wie Projektmanagement, Entwicklung oder IT Services. Jeder Informatiker ist einem Bereich zugeteilt. «Obwohl wir meistens selbstständig arbeiten, ist bei Problemen oder grossen Arbeitsgängen Zusammenarbeit gefragt. Zudem muss jeder mehr oder weniger alles machen können, damit die Ferienabsenzen aufgefangen werden können.» Neben der Vielseitigkeit seiner Arbeit mag es Thomas Kaeser, dass jeder Tag anders ist. «Um fünf vor fünf ein Problem, und der Arbeitstag fängt für mich erst an.»