Der Bestseller der Nation

20.03.2007
01/2007
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«Es gibt Bücher, die fast die ganze Welt kennt, die sich aber nicht ganz so aufregend ankündigen wie Harry Potter. Bücher eben, die jeder kennt und die im täglichen Leben eher Routine sind. Die Rede ist vom Telefonbuch. Der Klassiker gehört zu den bekanntesten und meistgelesenen Büchern der Schweiz und feierte im Jahr 2005 sein 125-jähriges Bestehen. Was 1880 als kleines Verzeichnis der Zürcher Telephon-Gesellschaft mit lediglich 99 Einträgen auf die Welt kam, ist derzeit zu einer jährlichen Telefonbuchserie von schweizweit 25 Bänden mit rund sechs Millionen Einträgen gewachsen.

Verleger der jährlich rund fünf Millionen produzierten Telefonbücher ist heute Directories. Alle Haushalte und Firmen mit einem Festnetz- oder Mobile-Anschluss erhalten auf Wunsch das Telefonbuch ihrer Region kostenlos zugestellt. Trotz elektronischer Konkurrenz (Internet und CD-ROM) behauptete sich das Telefonbuch über all die Jahre und wurde damit zu einem Stück Swissness», schreibt Richard Erismann, CEO Swisscom Directories AG, im Editorial der Jubiläums­schrift «Bestseller der Nation – Das Buch zum Telefonbuch».

Übrigens: In diesem Werk, 2005 erschienen im Chronos Verlag Zürich, ist auf 260 Seiten viel Wissenswertes und Amüsantes zum Bestseller zu finden. Zum Beispiel ein sarkastisches Wortspiel des Schriftstellers Franz Hohler: «Telefonbuch? Can you tell me, what ‹Telefonbuch› means? I only know ‹directories›.»

Der Infoteil der Telefonbücher

Den Löwenanteil eines Telefonbuchs machen selbstverständlich die Adressen und Telefonnummern der Abonnenten aus – der von den Kunden am häufigsten genutzte Teil also. Überraschendes und Nützliches bietet der Informationsteil vorne in jedem Telefonbuch. Da findet man wichtige Nummern (Notfall- und Kurznummern), natio­nale und internationale Auskunftsnummern, das Orts-, PLZ- und Strassenverzeichnis der Post oder im Directories Magazin Ausflugs- oder Fitnesstipps wie auch Informationen zum Stromsparen.

Jeder der 25 Bände beinhaltet einen auf das Buchgebiet ausgerichteten sogenannten Infoteil. Dieser wird in 15 Bänden deutsch, in vier Bänden französisch, in einem Band italienisch und in drei Bänden zweisprachig deutsch/französisch publiziert.

Die Produktion des Infoteils

ist für Stämpfli seit langem ein wichtiger Auftrag. Für Monika Steiner war es mit ein Grund, im Jahr 1999 als Typografin in unsere Druckvorstufenabteilung einzu­treten.

Sie ist für die gesamte Seitenherstellung des Infoteils, der Umschläge und der Merkblätter verantwortlich und hat die verschiedenen Veränderungen dieser Buchteile mitgestaltet:

Auch die technische Entwicklung der Produktionswerkzeuge kam in diesem Zeitraum zügig voran. Schnellere Computer und leistungsfähigere, moderne Software erleichtern heute die Arbeit und liessen den ursprünglichen 100%-Job schrumpfen. Doch die Anforderungen und Ansprüche an Monika Steiner sind gleich geblieben. Gefragt sind nach wie vor typografisches Fachwissen, Zuverlässigkeit, Mitdenken, Flexibilität, Engagement und «Coolness», besonders dann, wenn es in der Gut-zum-Druck-Phase mit den Terminen eng wird.

Die eingespielte, sehr gute Zusammenarbeit mit unserem Auftraggeber Directories trägt entscheidend zu einem einwandfreien Resultat bei. So, wie es der Telefonbuchbenutzer erwartet.