Das Gehe-Projekt

20.03.2007
01/2007
  • Projekt

Dies sprengte mein Vorstellungsvermögen! Ein Katalog, der monatlich erscheint? Mit Pharma-Artikeln – und dann noch in diesem Umfang? Der erste Kontakt mit den Herren Walter und Hansen von Gehe Pharma brachte schnell Licht ins Dunkel: Der Katalog mit dem schönen Namen Gumo (der gute Monat) wird tatsächlich monatlich an die Apotheken verschickt und soll über entsprechend rabattierte Preise zusätzliche Bestellungen auslösen. Da Design und Anmutung nicht mehr zeit­gemäss waren, wollte man das ­Projekt auf ganz neue Beine stellen, ebenso die Datenbanklösung, die mit Framemaker verknüpft war und nun an Grenzen stiess.

Eine besondere Anforderung war, dass die Produkte und Artikel in der Publikation nicht nach Sortimenten aufgebaut sind, sondern verschiedenen Modulen zugeordnet werden. Dies, weil der Apotheker im Gumo weniger nach einem bestimmten Produkt sucht, sondern vielmehr beim Durchblättern über verschiedene Angebote stolpern soll. So gibt es beispielsweise Module wie Titelabbildung, Produktprofil, klassische Anzeige, Top-Angebot-Seite oder Themenbuchung. Der Hersteller eines Präparates kann also entsprechend für ein bestimmtes Produkt in einem geeigneten Modul des Gumo werben. So wählt er in der Erkältungszeit für sein Vitamin-C-haltiges Präparat vielleicht die Themenbuchung und in absatzschwachen Zeiten die Top-Angebot-Seite, um den Apotheker dazu zu motivieren, sein Lager zu füllen. Im Klartext bedeutete dies, dass aus den Produkt- und Artikelinformationen und einem freigestellten Packshot, d.h. einer Produktabbildung, jedes der ­Module zu generieren sein musste. Bedenkt man, dass viele der Module, wie zum Beispiel die klassische Anzeige oder das Produktprofil, in verschiedenen Grössen (11-, 12- oder 13- Seite) vorkommen sollten, so lässt sich die Komplexität leicht erahnen.

Automatisch werden die Anzeigen nach Themen sortiert und nach Grössen eingeordnet.

Automatisch werden die Anzeigen nach Themen sortiert und nach Grössen eingeordnet.

Aber zurück zur Auswahl: Unser Ansatz, immer dann eine vollautomatische Lösung einzusetzen, wenn dies möglich ist, gefiel den Herren von Gehe, und auch mein Argument, dass sich der Erfolg des Projektes bei einem Vollautomaten klar zeigen würde, überzeugte – also «aufs Knöpfchen drücken, und die druckfähigen PDF kommen fix und fertig hinten raus».

Soweit die Theorie. Als die Designentwürfe der Hamburger Agentur auf dem Tisch lagen, sah ich mein schönes Argument «Vollautomat» in weite Ferne schwinden! Aber unser Triumvirat Kurt Liniger, Max Fuchs und Martin Herrmann löste die gestellten Aufgaben, und so konnten wir termingerecht eine perfekte Lösung ausrollen.

Apropos termingerecht: Der erste Kontakt mit Herrn Walter war am 2. August 2006, der erste persönliche Termin eine Woche danach. Mit der Voranalyse fiel Anfang Oktober dann der inoffizielle Startschuss für das Projekt. Als wir kurz vor Weihnachten die unterschriebenen Verträge zurückbekamen, war die Arbeit schon zu 80% getan – Vertragsverhandlungen dauern mit einem Unternehmen, das 25 Mrd. Euro umsetzt, eben etwas länger. Die Deadline, am 22. Januar 2007 druckfähige PDF in die Druckerei zu liefern, konnten wir einhalten. Das ist wohl das am schnellsten realisierte Projekt dieser Komplexität in der Geschichte der all media.

Und das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen: ein Katalog, der optisch attraktiv und zeitgemäss erscheint und trotzdem vollautomatisch generiert wird – wer hätte das gedacht!