• Perspektivenwechsel

Jubiläum Mobiliar

200 Jahre sind eine lange Zeit, in der viel passiert ist. So verwundert es nicht, dass die Geschichte der Mobiliar Höhen und Tiefen hatte. Dabei ist sie jedoch ihren genossenschaftlichen Werten stets treu geblieben: Gemeinsinn und Zusammenhalt. Auch heute arbeitet die Mobiliar – gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden, ihren über zwei Millionen Kundinnen und Kunden und der Schweiz – engagiert für die Zukunft. Ganz nach dem Motto des Jubiläums: «Besser zusammen».

Eine Reise von den historischen Wurzeln bis in die Gegenwart

Die Anfänge

1826 In Bern wird die erste private inländische Feuerversicherung für die Fahrhabe gegründet. Gleichzeitig wird in England das Streichholz erfunden – welch Zufall. Im ersten Sommer weibeln bereits 150 Agenten für die Mobiliar, die damals noch Schweizerische Gesellschaft zur gegenseitigen Versicherung des Mobiliars gegen Brandschaden heisst. Das Zentralbüro in Bern ist in der Wohnung des wichtigsten Gründers und ersten Präsidenten Karl Anton von Lerber untergebracht. 1837 Karl Anton von Lerber stirbt. In den folgenden Jahren ist die sozial ausgerichtete Mobiliar Genossenschaft gefordert: Es brennt verheerend in Tramelan, Les Brenets, Thusis und Berneck.

Turbulente Jahre

1847 Im Sonderbundskrieg stehen sich Schweizer das letzte Mal auf dem Schlachtfeld gegenüber. Die Mobiliar kämpft wegen der bewegten politischen Zeit und eigener Versäumnisse mit Schwierigkeiten. 1859 Nach einem Brand im Zeughaus Chur werden zwei Drittel der Prämieneinnahmen für den Schaden aufgewendet. Zwei Jahre später bringt der Schadenaufwand für den Brand von Glarus die Mobiliar an den Rand des Ruins. Der Kanton Bern hilft. Im selben Jahr entsteht mit der Helvetia Feuer erste nationale Konkurrenz. 1863 Agenten der Mobiliar wandern zur besser organisierten Konkurrenz ab. Die Gesellschaft reagiert und schafft neue Lokalagenturen, die anfangs nur mit Kartonschildern beschriftet sind. 1874 Die Stelle des Kassiers wird geschaffen, nachdem sich ein Mitglied der achtköpfigen Zentralverwaltung der Mobiliar mit der Kasse nach Argentinien abgesetzt hat.

Weiterentwicklung

1887 Die Mobiliar überwälzt kantonale Löschsteuern nicht mehr auf die Versicherten. Dennoch bleibt die Konkurrenz schlagkräftiger und besser organisiert. 1898 Die «Centralverwaltung» der Mobiliar bezieht an der Berner Schwanengasse ein eigenes Direktionsgebäude und stellt erstmals eine Frau ein. 1901 Eine Totalrevision der Statuten wird umgesetzt: Die Geschäftsführung wird der Direktion übertragen und die Rolle der Delegiertenversammlung gestärkt. 1912 Die Mobiliar weitet ihr Angebot auf Versicherungen für Gebäude sowie für Mietzins- und Betriebsverlust nach Bränden aus. Später folgt die Gärungsversicherung für die Landwirtschaft. 

Solidarität in schweren Zeiten

1914 Der Erste Weltkrieg bricht aus. Ein Grossteil des Personals wird mobilisiert, die Aufrechterhaltung des Betriebs ist schwierig. 1918 Mit dem dreitägigen Landesstreik findet die wichtigste gesellschaftspolitische Auseinandersetzung der schweizerischen Zeitgeschichte statt. 1920 Die Nachschusspflicht für die Versicherten wird abgeschafft. Wie die Mitbewerber hat die Mobiliar jetzt fixe Prämien. Ein Jahr später dehnt sie die Geschäftstätigkeit auf Liechtenstein aus. 1926 Die Mobiliar feiert ihren 100. Geburtstag und will ihren Versicherten ein Jubiläumsgeschenk machen: Sie beteiligt sie mit Prämienvergünstigungen am Erfolg. Mit über 480 000 Policen verfügt die Mobiliar über das grösste Schweizgeschäft aller privaten Feuerversicherer. 1929 Die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash in New York erschüttert die Welt. 1934 Als erste private Gesellschaft vergütet die Mobiliar freiwillig Elementarschäden aus Naturereignissen wie Überschwemmungen, Lawinen und Sturm. 1935 Die anderen Gesellschaften folgen dem Beispiel der Mobiliar: Im Schweizer Elementarschadenpool wird das Risiko auf viele Versicherungen verteilt. 1939 Am 1. September beginnt der Zweite Weltkrieg. Mit der Anbauschlacht wird die Schweiz schon bald zum Kartoffelacker. Trotz des Kriegs beteiligt die Mobiliar ab 1940 die Versicherten regelmässig am erwirtschafteten Erfolg.

Wachstum und Wohlstand

1947 Vor Weihnachten explodiert ein Munitionsdepot des Bundes in Blausee-Mitholz, der Schaden für die Mobiliar beträgt fast 4 Millionen Franken. Es wird diskutiert, ob das Militär noch versichert werden soll. 1948 Die ersten AHV-Renten werden ausbezahlt. 1951 Der Lawinenwinter mit rund 1300 Lawinen fordert gegen 100 Tote und bringt grosse Zerstörung. Die Schweiz investiert daraufhin in den Lawinenschutz. 1960 Die Mobiliar profitiert vom rasanten Wirtschaftswachstum. Sie betreut jetzt über zwei Millionen Versicherungen mit einem Prämienvolumen von 73 Millionen Franken. 1976 Zum 150-Jahr-Jubiläum erhalten alle am 21. Mai 1976 geborenen Babys ein Goldvreneli. Die Jubiläumsstiftung wird gegründet, sie unterstützt Wissenschaft, Künste und Kultur. 1980 Mit Elisabeth Kopp wird erstmals eine Frau Verwaltungsrätin der Mobiliar. Vier Jahre später gibt sie den Sitz ab, als sie die erste Schweizer Bundesrätin der Geschichte wird.

Digitaler Wandel und Klimakrise

1986 Am neuen Hauptsitz an der Berner Bundesgasse kommen immer mehr PCs zum Einsatz. 1996 Die Mobiliar legt einen zögerlichen Start im World Wide Web hin. 1998 Das Call-Service-Center Mobi24 nimmt den Betrieb auf. Es hilft Versicherten bei Autopannen und anderen Notlagen. Die erste Schadenskizze und der erste «Liebe Mobiliar ...»-Werbespot erscheinen. 2005 Hochwasser im August führen mit einer Schadensumme von 1,35 Milliarden Franken zum grössten Schadenereignis der Schweizer Privatassekuranz. Über ein Drittel davon trägt die Mobiliar. Daraufhin beginnt die Mobiliar, Präventionsprojekte zum Schutz vor Naturgefahren zu unterstützen. 2006 Die Klimakrise zeigt sich immer wieder; der November wird der wärmste in der Schweiz seit Messbeginn. 2008 Die Mobiliar ermöglicht der Universität Bern eine ausserordentliche Professur für Klimafolgenforschung im Alpenraum. 2018 Weiterhin wird massiv in die Digitalisierung investiert. 2022 ChatGPT wird kostenfrei zugänglich, eine Million User registrieren sich innerhalb von fünf Tagen. 2026 200 Jahre Mobiliar. Weit über zwei Millionen Kundinnen und Kunden vertrauen ihr.

Jubiläumsausstellung in Bern

«Zusammen. Ensemble. Insieme. In die nächsten 200 Jahre»: Die Ausstellung nimmt mit auf eine Zeitreise: von 1826, der Gründung der Mobiliar, bis 2226 in eine spekulative Zukunft. Eine personalisierte künstliche Intelligenz begleitet dabei die Besucherinnen und Besucher. Sie führt durch Geschichte(n), gibt Denkanstösse und lädt zum Austausch ein. Die Ausstellung läuft bis 26. März 2027, Bundesgasse 35 in Bern während der Bürozeiten.

Suissepartout

Mit dem Jubiläumsprojekt Suissepartout haben die Mitarbeitenden der Mobiliar Generalagenturen 80 nahe und ferne Ausflugsrouten in der ganzen Schweiz zusammengestellt. Kundinnen und Kunden der Mobiliar profitieren von exklusiven Angeboten.

Jubiläumsbuch

Spannendes, Lustiges, Nationales, Regionales und Menschen, die die Mobiliar ausmachen. Das alles lässt sich im Buch zum Jubiläum entdecken. Gestaltet und gedruckt von Stämpfli. Erhältlich über die Mobiliar ab Juni.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus der digitalen Zeitreise, die online durch 200 Jahre Mobiliar führt.

Die Bilder stammen aus dem Unternehmensarchiv der Mobiliar und von Stämpfli Kommunikation.

Stämpfli gratuliert: 200 Jahre Mobiliar, 200 Jahre zusammen

Bereits im Gründungsjahr der Mobiliar 1826 druckte unser Vorläufer eure ersten Statuten – auf dem Deckblatt steht «Stämpflische Buchdruckerei». Dass wir beide 200 Jahre später immer noch hier sind, konnte damals niemand ahnen.
Und trotzdem sind wir beide heute da. Zwei Berner Unternehmen, die beide älter sind als der Bundesstaat, die beide überlebt haben, was viele nicht überlebt haben: Kriege, Krisen und technologische Umbrüche. Was uns verbindet, ist nicht nur die gemeinsame Geschichte, sondern auch die gemeinsame Haltung. Wir glauben beide daran, dass Nähe zählt und man füreinander da ist, wenn es darauf ankommt. Über eine so lange Zeit zu bestehen, gelingt nur, wenn man sich und seinen Werten stets treu bleibt. Das habt ihr über all die Jahre mehr als eindrücklich bewiesen.
In eurem Jubiläumsjahr wurde uns eine besondere Ehre zuteil: Wir durften euer Jubiläumsbuch gestalten und drucken. Und darüber hinaus sind wir sogar im Buch unter den ältesten Firmen der Schweiz verewigt. Das zeugt von grosser Wertschätzung und berührt uns sehr.
Wir danken euch herzlich für die Treue und gratulieren von Herzen zum Jubiläum!

Patrizia Catucci
Marketingkommunikation
Stämpfli Kommunikation