Chancenausgleich dank Open Source

20. September 2017
03/2017

Ein Kampf von David gegen ein Heer von Goliaths: Wie können kleine und mitt­lere Unternehmen im Online-Wettbewerb bestehen gegen Weltkonzerne wie ­Alibaba, Amazon und Zalando? Welche Chance haben Schweizer Handelsunternehmen gegen Softwarefirmen mit internationalen Handelsplattformen?

Das Szenario fasziniert durch die enormen Grössenunterschiede. Auf der einen Seite stehen die ganz Grossen: Amazon hatte Mitte 2017 weltweit in Softwareentwicklung, Testing und Entwicklungsmanagement über 6800 Stellen ausgeschrieben. Beim deutschen Handels- und Touristikkonzern REWE fanden wir gut 50. Internationale Online-Händler sind im Kern vor allem Softwarefirmen und erst in zweiter Linie Händler. Und in der Schweiz? Die zur Migros gehörende Digitec/Galaxus hatte acht solche Stellen frei, bei Stämpfli   AG hatten wir im Juni drei vergleichbare Positionen offen.

5 externe Spezialisten gegen 50   interne

An E-Commerce-Projekten von Stämpfli Internet arbeiten in der Regel fünf bis sechs Männer und Frauen rund sechs bis neun Monate lang während eines guten Teils ihrer Arbeitszeit (mit integriertem PIM-System können es auch doppelt so viele sein):
➜  Berater
➜  Web- bzw. Interaction-Designer
➜  Frontend- und Backend-Entwickler (2 bis 3)
➜  Projektleiter
Bei führenden E-Shops dürfte es in jedem Teilbereich etwa so grosse Teams geben, die sich permanent zu 100 Prozent ihren ­Lösungskomponenten widmen: Produktpräsentation, Suche, Empfehlungen, Kundenkonto, Warenkorb, Bestellprozess, Verfügbarkeit, Auftragsverfolgung, Produkt­be-wertung, Analytics… Kein Wunder, sind individuelle Eigenentwicklungen besser durchoptimiert als die Online-Angebote der «Kleinen», wenn dafür ein x-facher Aufwand betrieben werden kann.Die

Chancen der Kleinen

Zwei grosse Chancen ermöglichen es kleinen Playern, dennoch gegen die Multis zu bestehen: Spezialisierung und Open Source. Der erste Punkt ist selbsterklärend, wer für seine Kunden das beste Angebot hat, muss die Konkurrenz weniger fürchten. Damit Kunden die tollen Angebote aber auch finden und gerne bestellen, ist gute Software unabdingbar. Und hier gibt es zum Glück Open Source.Bis ins Jahr 2009 entwickelte Stämpfli Internet Shopsoftware noch von Grund auf selbst. Dann mussten wir feststellen, dass wir von Open-Source-Lösungen links und rechts überholt wurden. Seither setzen wir auf Magento und neu auf Magento 2, um E-Commerce-Lösungen für Schweizer ­Unternehmen effizient und in hoher Qualität zu erstellen. Damit sind wir nicht allein: In der Magento-Community kommt die Power von rund 150 000 Entwicklern zusammen. Neben einem leistungsfähigen Kernsystem ­stehen unzählige Erweiterungen zur Ver­fügung. Auch unsere zertifizierten Magento-­Entwickler stellen Tools für die Community zur Verfügung und geben ihre Erfahrung auf internationalen Konferenzen weiter.

Chancenausgleich durch Verschenken

Wenn viele einer Gemeinschaft Leistungen kostenlos zur Verfügung stellen, profitieren alle. Wer bei Open-Source-Lösungen wie Magento oder unserem Content-Management-System TYPO3 mithilft, trägt bei zum Chancenausgleich zwischen Grossen und Kleinen. Man gibt einen kleinen Beitrag und bekommt von der ­Community eine grosse Leistung zurück. Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, gehört zur Unternehmensphilo­sophie von Stämpfli wie HTML zur Website. Dazu passt das Open-Source-Prinzip ­perfekt. Nur dank diesen Grundsätzen sind wir als mittelgrosse Webagentur in der Lage, unseren Kunden Lösungen anzubieten, die im Wettbewerb noch lange bestehen können.